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Facebook-Fanpage deaktivieren oder nicht?

29.09.11 | Datenschutz | Facebook | Soziale Netze

Am 12. September haben wir Sie bereits über das geplante Vorgehen des Unabhängigen Datenschutzzentrum Schleswig-Holstein (ULD) gegen Unternehmen, die die sogenannten Facebook-Fan-Seiten betreiben sowie Internetseiten, die den "Gefällt Mir"-Button einsetzen, informiert.

Die von der ULD genannte Frist läuft morgen aus!
Da stellen Sie sich genauso wie wir die Frage "Was tun?"

Da dieses Thema natürlich die größeren Unternehmen genauso wie Kleinunternehmer und Mittelstand trifft, war das Medienecho und damit auch der Druck auf die Landespolitik in den vergangenen Tagen groß.

Hier einmal die wichtigsten Entwicklungen der letzten Tage:
Ministerpräsident Carstensen sprach ich sich in einer Landtagsdebatte am 15.09. für eine bundesweit einheitliche Regelung aus, lehnte Sanktionen gegen private Fan-Seiten ab und mahnte zugleich in Richtung des Datenschutzzentrum: "Drohgebärden sind nicht nur kontraproduktiv, sie sind auch rechtlich fragwürdig". Die Abgeordneten aller Fraktionen sind optimistisch, dass das ULD Schleswig--Holstein es nicht auf das Äußerte ankommen lassen werde und rechnen nicht mit Klagen.

Auch Facebook hat sich schon gerüht und steht mit dem ULD Schleswig-Holstein im Dialog. Außerdem hat Facebook am 14.09. die frühere Europa-Abgeordnete Erika Mann (SPD) als Cheflobbyistin für Facebook in Brüssel vorgestellt. Diese soll ab Oktober das Brüsseler Büro leiten und als Sprecherin gegenüber den EU-Institution gelten.

Die Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein (IHK) sowie der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) verurteilen das Vorgehen des Datenschutzzentrum auf das schärfste und fordern vom Erlass von Bußgeldern gegenüber schleswig-holsteinischen Unternehmen Abstand zu nehmen. Die IHK geht sogar noch einen Schritt weiter und würde federführend eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht scheuen um stellvertretend für die Unternehmen Rechtssicherheit zu erlangen.

Leider hat sich das Datenschutzzentrum noch nicht wieder offiziell geäußert, daher können wir Ihnen auch keine hundertprozentige Entwarnung geben. Aber unserer Einschätzung nach, wird das ULD - wenn überhaupt - erst an die großen Unternehmen herantreten und auch dort nicht direkt Bußgelder erlassen, sondern schriftlich die Abschaltung der Seiten fordern.

Wir werden unsere pepwerbung Seite bei Facebook vorerst aktiv lassen und die weitere Entwicklung genau beobachten.
Aber bitte entscheiden Sie selbst ob Sie Ihre Unternehmenseite bei Facebook abschalten oder nicht.

Sollten Sie Fragen dazu haben können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden.

Quellen:

Debatte über Facebook im schleswig-holsteinischem Landtag vom 15.09.
Stellungnahme der IHK Schleswig-Holstein
Stellungnahme des Bundesverband Digitale Wirtschaft